Freiwillige Feuerwehr – nie außer Dienst!

Feuerwehrmann eilt auf dem Heimweg von Einsatz verzweifeltem Familienvater zu Hilfe

Neuhofen an der Ybbs, NÖ, 17.07.2016
Verfasser: Gerhard Wagner

Am Abend des 12. Juli 2016 wurde die Freiwillige Feuerwehr Neuhofen an der Ybbs infolge der starken Niederschläge zweimal zu Auspumparbeiten gerufen. Zur selben Zeit ereignete sich in einem Privathaushalt ein tragischer Unfall.

Um ca. 21:15 Uhr zog ein einjähriges Kind zu Hause in unmittelbarer Nähe des Feuerwehrhauses einen Topf mit heißem Tee vom Herd und verbrühte sich im Gesicht, am Brustkorb und an beiden Armen schwer. Der Familienvater der asylberechtigten syrischen Familie lief hilfesuchend auf die Straße, da sein Handy nicht funktionierte. Dort traf er auf Markus Wagenhofer, der gerade vom Einsatz auf dem Heimweg war. Der junge Feuerwehrmann begriff ohne zu zögern, was ihm der Familienvater mitzuteilen versuchte und gemeinsam liefen sie in die Wohnung. Sofort alarmierte der Ersthelfer die Rettung und begann mit Maßnahmen der Ersten Hilfe.  Auch Brigitte K., eine Nachbarin der Familie und Mitglied des Vereins „Gemeinsam in Neuhofen“, der sich der syrischen Familie angenommen hat und sie bei der Integration unterstützt, kam zu Hilfe.  Markus Wagenhofer und Brigitte K. bemühten sich, das verletzte Kind zu versorgen und gleichzeitig  die verzweifelten Eltern  zu beruhigen. Wenig später trafen zuerst die Rettung und dann die Notärztin ein und übernahmen die Versorgung des Kindes. Der junge Patient wurde umgehend in das Landesklinikum Amstetten gebracht. Aufgrund der schweren Verbrennungen wurde er von dort ins Landesklinikum St. Pölten verlegt. Nach einer Operation geht es dem jungen Verletzten den Umständen entsprechend gut.

Brigitte K. vergaß trotz all der Aufregung nicht, dem Ersthelfer zu danken:

„Herr Wagenhofer hat den gesamten Einsatz mit einer Ruhe und Professionalität abgewickelt, die ich wirklich vorbildhaft finde.“

Auch die Facebook-Community zeigte sich von der Zivilcourage des jungen Feuerwehrmannes beeindruckt und die gesamte Freiwillige Feuerwehr Neuhofen/Ybbs ist stolz auf ihren Kameraden:

„Zivilcourage ist heute leider schon sehr selten geworden, obwohl es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, Mitmenschen in Not zu helfen. Markus Handeln verdient daher größten Respekt und Anerkennung!“ (Gerhard Wagner, Feuerwehrkamerad).

Das Kommando rund um Feuerwehrkommandant HBI Leopold Gaizenauer und Stellvertreter HBI Markus Nagelhofer lobte die rasche Reaktion ihres Kameraden:

„Wir sind stolz auf Markus Leistung. Allzeit bereit zu sein und den Mitmenschen in Not bedingungslos zu helfen, ist einer der wichtigsten Werte in der Feuerwehrausbildung. Es ist schön zu sehen, dass dieser Grundsatz nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt wird. Im Namen der gesamten Feuerwehr sprechen wir der Familie unser Mitgefühl aus und wünschen dem kleinen Patienten alles Gute und eine schnelle und vollständige Genesung!“